Was ist Mediation? 2018-08-15T23:25:41+00:00

WAS IST EINE MEDIATION?

Haben Sie ein Problem mit jemand anderem? Vielleicht mit Ihrem Mann, Ihrer Freundin, Ihrer Arbeitskollegin oder mit Ihrem Sohn? Mit dem Nachbarn oder dem Pfarrer? Oder der Lehrerin Ihres Kindes? Kommt Ihnen das bekannt vor?

Natürlich. Probleme gibt es überall. Was heißt hier überhaupt Probleme? Eher doch Ärger, Missverständnisse, die zum Problem werden können. Oder wirklich ein Problem, das zu lange nur ein unbeachtetes nicht ernstgenommenes Missverständnis war.

Sie sind an einem Punkt angelangt, wo Sie nicht weiterwissen? Ratlos sind?

Wo sich langsam ein Gefühl breit macht, das sehr unangenehm ist, und das jetzt irgendwie immer an Ihnen haftet, obwohl der Streit oder die Meinungsverschiedenheit schon längst vorbei sind? Aber es hat sich etwas verändert. Die ganze Stimmung in der Beziehung ist vielleicht gekippt oder kurz davor? Das fühlt sich nicht gut an.

Alle Versuche zu reden haben es nur noch schlimmer gemacht. Sie haben einander hochgeschaukelt, ein Wort hat das andere ergeben und plötzlich versteht keiner noch irgendetwas? Er spricht nur noch chinesisch, während Sie spanisch sprechen. Oder wenn Sie über den frühlingsgrünen Baum sprechen, redet er vom blauen Baum. Was bleibt ist ein großes Fragezeichen und Ärger. Kommt Ihnen das bekannt vor?

Dann ist Zeit für eine Mediation.

Eine Mediation ist nichts anderes als ein Konfliktlösungsverfahren in einem geordneten und geschützen Rahmen. Es gibt zwei Konfliktparteien. Dies können  Gruppen, aber auch Einzelpersonen sein. Die beiden Konfliktparteien nennen sich Medianten. Oder Medianden. In der Schreibweise ist man sich nicht ganz einig, beides ist richtig. Der allparteiliche Dritte ist der Mediator.

Die Mediation hat seinen Ursprung in den USA. Dort wird sie seit den 60er bzw. 70er Jahren in zahlreichen Lebensbereichen wie zum Beispiel im Arbeitsumfeld oder bei Familienangelegenheiten angewendet und hat sich mit nur wenig zeitlicher Verzögerung auch in Deutschland etabliert.

Es gibt zwei Arten der Mediation. Die lösungsorientierte Mediation ist am Weitesten verbreitet. In dieser Mediation werden Konflikte in einem größeren Zusammenhang betrachtet. Einige Konflikte lassen sich nur mit systemischem Know-how klären, da sich Lösungsmöglichkeiten nur durch eine übergeordnete Sichtweise finden lassen.

Diese lösungsorientierte Mediation durchläuft fünf Phasen, wobei in der letzten Phase eine Mediationsvereinbarung als Ziel gewünscht ist.

Zu Beginn werden gemeinsam Regeln aufgestellt, an die sich alle Beteiligten halten möchten. Der Mediator verhält sich wie ein Moderator. Er hält sich mit seiner eigenen Meinung zurück, damit die Medianten ihren eigenen für sich persönlich richtigen Weg finden können. Der Mediator unterstützt sie bei diesem Prozess, indem er durch die Mediation führt. Er ist Klärungshelfer. Er gestaltet den äußeren Rahmen, startet und steuert, unterbricht und bremst ab.

Da bei der lösungsorientierten Mediation der Mediator durch die Mediation führt und der Verlauf einem strukturierten Rahmen unterliegt, kann der Eindruck entstehen, dass die Medianten zu wenig Freiraum zur Eigenverantwortung und Selbstbestimmung wahrnehmen können und entsprechend wenig reflektieren. Dies birgt die Gefahr, dass die gefundene Lösung die nicht ganz passende ist Hierfür hat der Mediator ein besonderes Gespür und kann gut darauf eingehen.

Bei der transformativen Mediation geht es in erster Linie um die Befähigung der Konfliktparteien, den eigenen Konflikt selbst lösen zu können. Ihnen wird das Werkzeug für den selbstständigen, eigenverantwortlichen und verständnisvollen Umgang mit ihren Bedürfnissen und Gefühlen vermittelt, um auch die gegenseitige Anerkennung bzw. Wertschätzung wahrzunehmen zu können. Deshalb gibt es auch nicht die Regeln und die Phasen wie bei der lösungsorientierten Mediation. Dabei kann es sehr lebendig zugehen. Denn durch das Fehlen der Regeln werden die Gefühlsausbrüche der Medianten nicht unterdrückt, sondern mit in den Prozess aufgenommen, um der Gesprächskultur eine neue Richtung zu geben. Der Mediator vermittelt mit seinem Einfühlungsvermögen, dass durch Emotionalität Kraft und Klarheit entstehen kann.

Bei der transformativen Mediation steht die Konfliktlösung nicht im Fokus, ist aber von den Konfliktparteien gewünscht und auch häufig das Ergebnis.

Die beiden Mediatationstypen können ineinander überfließen, so dass von Erfolglosigkeit einer Mediation nie die Rede sein kann. Denn jeder Konfliktlösungsprozess führt zu einer Weiterentwicklung der Konfliktparteien oder setzt einen Reiz, der sich im Alltag beim persönlichen Entwicklungsprozess positiv auswirken wird. Bei der Lösungsfindung soll besonderes Augenmerk darauf gelegt werden, dass die Lösung wirklich von den Medianten erarbeitet wird und auf deren Bedürfnisse zugeschnitten ist, damit der Konflikt nicht wieder aufflammen kann.

Hat der Mediationsprozess begonnen, erkennt man den positiven Verlauf der Mediation u.a. an der Sprachrichtung der Medianten. Zunächst richten sich deren Worte an den Mediator. Nach und nach finden die Konfliktpartner wieder zum Dialog, später sogar zum gemeinsamen und konstruktiven Gespräch.

Eine Teilnahme am Mediationsverfahren verpflichtet nie zur Weiterführung bis zum Schluss. Die Konfliktpartner nehmen freiwillig teil und können zu jeder Zeit entscheiden, den Prozess zu beenden.

Erfolglos – gibt es hier nicht

Sie wollen unbedingt diesen Konflikt lösen. Sie wollen Erfolg.

Sie, die beiden Konfliktparteien, haben den ersten Schritt für einen erfolgreichen Verlauf gewagt. Und Sie werden belohnt. Sie nehmen an einer Mediation teil. Mit Ihrer Anwesenheit haben Sie Ihren Willen zur Bereitschaft dazu gezeigt. Und Sie sind freiwillig dabei. Das heißt, Sie wollen den Konflikt klären, Sie sind offen. Schon haben Sie gewonnen. Denn die Anwesenheit bei diesem Prozess bringt viele Antworten auf Ihre Fragen.

Lassen Sie sich treiben, bleiben Sie offen, denn wenn die Zeit reif ist, fallen die Früchte ohne Anstrengung vom Baum!

Ich würde mich sehr für Sie freuen, wenn Sie sich für ein Mediationsverfahren entscheiden, denn es wird Ihnen gut tun. Es wird Sie voranbringen.